So unterstützen Sie den Heilungsprozess

Ratgeber Krebsversicherung - den Heilungsprozess unterstützen

Die Therapie einer Krebserkrankung gehört in die Hände von Fachleuten. Doch auch die Patienten selbst können etwas für Heilung und Wohlbefinden tun. Unsere Checkliste nennt die Ansatzpunkte.

 

1. Ernährung

Eine Diät, wie gesund auch immer sie sein mag, kann eine Krebserkrankung nicht heilen – anderslautende Angebote sind nicht seriös. Stattdessen ist eine ausgewogene Ernährung gerade bei einer Krebstherapie wichtig, um den Körper mit den erforderlichen Nährstoffen zu versorgen. Bei vielen Patienten kann das Geschmacksempfinden beeinflusst sein oder der Appetit schwindet. Da die Betroffenen dennoch ausreichend essen sollten, kann es helfen, nur kleine Portionen zu sich zu nehmen, dafür aber häufiger über den Tag verteilt oder sich beim Essen abzulenken (etwa mit einem Gespräch oder durch die Nutzung von Medien). Bei nicht vorhandenem Appetit fällt die Nahrungsaufnahme dann häufig leichter.

Es gibt auch Patientengruppen, die ihre Ernährung aufgrund der Krebsart einschränken müssen. So sollte beispielsweise bei hormonbedingtem Brustkrebs auf kalorienreiche Kost verzichtet werden, da es durch die Antihormontherapie schneller zu Übergewicht kommen kann. Bauchspeicheldrüsenkrebs-Patienten wiederum erhalten von ihren Behandlern einen individuellen Ernährungsplan, der neben der Anzahl der Mahlzeiten die aufzunehmende Menge an Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten regelt.

2. Rauchverzicht

Rauchen ist nicht nur ein bedeutender Risikofaktor für Krebserkrankungen, sondern kann auch die Heilung beeinträchtigen. So gehen Mediziner davon aus, dass Rauchen einen nachteiligen Effekt auf die verschiedenen Krebstherapien (Operation, Bestrahlung, Chemotherapie) hat. Beispielsweise beeinflussen verschiedene Bestandteile des Tabakrauchs Enzyme, die die Aufnahme und Verwertung von Medikamenten steuern, und können so die Wirksamkeit einer Chemotherapie verringern. Rauchen erhöht zudem den Kohlenmonoxid-Gehalt im Blut, dadurch kann das Hämoglobin weniger Sauerstoff transportieren. In der Folge verringert sich die Sauerstoffversorgung des Körpers, was heilende Vorgänge, etwa nach einer OP, im Körper verlangsamt. Daher sollte das Rauchen spätestens nach einer Krebsdiagnose eingestellt werden.

3. Bewegung

Es ist ein natürlicher Impuls, sich angesichts der Belastungen durch eine Krebstherapie körperlich zu schonen. Noch bis Anfang dieses Jahrtausends rieten Onkologen dazu. Studien belegen indes, dass es auch Krebspatienten guttut, sich – im Rahmen ihrer zumeist eingeschränkten Möglichkeiten – regelmäßig körperlich zu betätigen. So senkt Sport die Rückfallwahrscheinlichkeit und reduziert die Nebenwirkungen der Therapie, wie insbesondere für Prostata-, Darm- und Brustkrebs nachgewiesen wurde. Zusätzlich fördert Sport das allgemeine und seelische Wohlbefinden.

4. Psyche stabilisieren

Dass durch „positives Denken“ die Selbstheilungskräfte des Körpers erfolgreich gegen eine Krebserkrankung eingesetzt werden könnten, ist wissenschaftlich nicht belegt. Dennoch empfiehlt es sich schon aus ureigenem Interesse des Patienten, etwas für das seelische Gleichgewicht zu tun. Kommt es – meist infolge des Diagnoseschocks – zu einer psychischen „Schieflage“, hat das oft auch ungesundes Verhalten zur Folge. Und dies wirkt sich wiederum negativ auf den Therapieerfolg aus.

Verschiedene hilfreiche Maßnahmen führen wir in einem separaten Ratgeber auf. Wichtig ist auch, professionelle Hilfsangebote anzunehmen und aufzusuchen. Soziale Kontakte tragen ebenfalls zur psychischen Stabilisierung bei, wie im folgenden Punkt beschrieben.

5. Sozialleben

Der Austausch mit anderen Menschen ist von großer Bedeutung für das seelische Gleichgewicht. Das gilt umso mehr in einer psychisch belastenden Situation, wie sie eine Krebserkrankung darstellt. Auch Onkologen empfehlen daher, sich nicht zurückzuziehen, sondern die Gesellschaft und das Gespräch mit Familienangehörigen und Freunden zu suchen. Voraussetzung ist, dass dem keine Therapieerfordernisse entgegenstehen – bei einer Chemotherapie kann es beispielsweise zur Schonung des geschwächten Immunsystems angeraten sein, Begegnungen mit anderen Menschen einzuschränken, um eine direkte Übertragung von Krankheitserregern zu vermeiden. Via Telefon und Internet sind Gespräche aber auch in dem Fall noch möglich. Auch der Austausch mit anderen Krebspatienten, etwa im Rahmen einer Selbsthilfegruppe, kann helfen, die Seele aufzurichten.

6. Geduld

Eine Krebstherapie bringt in der Regel Belastungen für den Körper mit sich. Noch Monate nach einer erfolgreichen Behandlung kann die Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein. In dieser Genesungsphase ist es wichtig, sich nicht zu viel abzuverlangen, ob bei der Arbeit, beim Sport oder bei der Ausübung von Hobbys. Die wiederkehrenden Kräfte sollten mit Geduld und Augenmaß in Aktivitäten überführt werden.

7. Information

Gut informierte Patienten können in aller Regel besser mit ihrer Erkrankung umgehen. Das betrifft zum einen die psychische Verarbeitung, zum anderen die körperliche Verfassung. Krebspatienten sollten daher nicht zögern, mit Fragen bei ihren Behandlern hartnäckig zu bleiben, Beratungsangebote wahrzunehmen und sich in Selbsthilfegruppen oder anderen Foren gründlich zu informieren.

8. Stressvermeidung

Dass Stress die Tumorentstehung begünstigt, wird zwar vermutet, ließ sich aber bislang nicht in Studien erhärten. Stressfaktoren aus dem Weg zu gehen ist dennoch aus zwei Gründen ratsam: Zum einen hebt es die Lebensqualität; zum anderen kann Stress indirekt die Therapieaussichten beeinflussen. Denn viele Stressgeplagte – das gilt für Krebspatienten wie für Gesunde – neigen zu medizinisch bedenklichem Verhalten, essen ungesünder, konsumieren mehr Alkohol und rauchen häufiger. Wie Erfahrungen zeigen, erschwert Stress außerdem, die konkreten therapeutischen Anweisungen genau einzuhalten. Rat und Hilfe zur Stressreduktion bieten beispielsweise die regionalen Krebsberatungsstellen.