Kieferschmerzen: Ursachen, Symptome und Therapie

Viele Menschen leiden unter Kieferschmerzen. Sie zeigen sich durch schmerzende Kaumuskeln, Zähneknirschen, Verspannungen und andere Beschwerden. Kieferschmerzen können einseitig links oder rechts, sowie beidseitig auftreten. So vielfältig wie die Symptome sind auch die Ursachen und die Behandlung. Teilweise sind Kieferschmerzen mit einfachen Übungen zu beheben, doch manchmal ist auch ein Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin notwendig.

Kurzüberblick zu Kieferschmerzen

  • Kieferschmerzen können zahlreiche Ursachen haben, am häufigsten sind Zahnprobleme oder Entzündungen sowie Probleme im Kiefergelenk oder in der Kaumuskulatur.
  • Bei leichten Kieferschmerzen können verschiedene Hausmittel und Übungen helfen, die Beschwerden zu lindern.
  • Häufig ist der Zahnarzt bzw. die Zahnärztin erster Ansprechpartner bei Kieferschmerzen.
  • Eine Zahnzusatzversicherung hilft, Zahnarztleistungen, die die Krankenkasse nicht übernimmt, abzudecken.

Was sind Kieferschmerzen und wo liegt der Kiefer genau?

Kieferschmerzen bezeichnet die Medizin als Beschwerden, die den Kauapparat betreffen. Dieser setzt sich aus Kiefergelenken (Oberkiefer und Unterkiefer), den Zähnen, dem Kieferknochen und der Kaumuskulatur zusammen. Durch die Schmerzen können Verspannungen entstehen, die bis in den Nacken und in die Schulter ausstrahlen. Es gibt viele Auslöser und Behandlungsmöglichkeiten für Kieferschmerzen. Teilweise lassen sich bereits mit Übungen Erfolge erzielen, es können aber auch Erkrankungen die Ursache sein.

Wie fühlen sich Kieferschmerzen an?

Schmerzen im Kiefer können sich unterschiedlich äußern. Je nach Ursache treten sie einseitig, beidseitig oder nur bei bestimmten Bewegungen auf.

Ursachen von Kieferschmerzen

Wieso habe ich Kieferschmerzen beim Kauen? Und wie fühlt sich eine Kieferentzündung an? Für Schmerzen im Kiefer gibt es vielfältige Ursachen:

Achtung: Kieferschmerzen als Warnsignal

In seltenen Fällen können Kieferschmerzen auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen. Besonders wichtig: Einseitige Kieferschmerzen im linken Kiefer können ein Anzeichen für einen Herzinfarkt sein. Vor allem, wenn sie in Kombination mit Brustschmerzen, Atemnot, Übelkeit oder Schwindel auftreten.

Ein Herzinfarkt ist ein akuter Notfall! Wählen Sie den Notruf 112.

Übungen und Hausmittel bei Kieferschmerzen

Diese Übungen und Hausmittel für Schmerzen im Kiefer sind nur zu empfehlen, falls eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen ist. Andernfalls kontaktieren Sie bitte sofort einen Arzt oder eine Ärztin.

  • Lokale Wärme: Ein beliebtes Hausmittel gegen Kieferschmerzen ist Wärme. Wenden Sie ein Wärmekissen an, um die Muskulatur zu lockern und die Schmerzen zu lindern. Aber Achtung! Bei einer Entzündung (in der Zahnwurzel, im Kiefer, Ohr etc.) keine Wärme anwenden!
  • Weiche Kost: Oft sind Kieferschmerzen beim Kauen stärker, weil das eine zusätzliche Belastung des Kiefers bedeutet. Vermeiden Sie zu starke Kaubewegungen wie beim Kaugummi kauen. Nehmen Sie zum Großteil passierte, weiche Nahrung zu sich.
  • Kiefermassage und Dehnen: Massieren Sie mit den Fingerspitzen mit kreisenden Bewegungen den Kiefer links und rechts. Öffnen Sie danach den Mund so weit wie möglich, ohne dass es unangenehm wird. Halten Sie diese Position für zehn Sekunden und entspannen Sie dann wieder. Wiederholen Sie diese Übung zehn Mal. Gähnen hat übrigens die gleiche Wirkung.
  • Kieferschmerzen-Übungen mit Widerstand: Drücken Sie mit Ihrer starken Hand gegen Ihr Kinn, versuchen Sie, das Kinn für zehn Sekunden nach vorne zu schieben und lassen Sie dann wieder locker. Wiederholen Sie diese Abfolge fünf Mal. Wechseln Sie anschließend zur linken und rechten Seite. Legen Sie dazu Ihre linke Hand an die linke Wange und schieben Sie Ihr Kinn fünf Mal gegen den Widerstand nach links, darauf folgen die rechte Seite und die rechte Hand.
  • Kiefer-Akupressur: Legen Sie auf beiden Seiten des Gesichts Ihre Finger auf die kleine Kuhle hinter Ihren Ohrläppchen – hier beginnt das Kiefergelenk. Drücken Sie beide Punkte etwa 15 bis 30 Sekunden. Wiederholen Sie diesen Vorgang 3 bis 4 Mal.

Kurzfristig können Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen, die Kieferschmerzen zu lindern.

Kieferschmerzen: Welcher Arzt oder welche Ärztin kann mir helfen?

Genauso unterschiedlich wie die Ursachen von Kieferschmerzen sind auch die Behandlungsmöglichkeiten. Handelt es sich lediglich um eine Verspannung der Kiefermuskulatur können Ihnen die erwähnten Übungen und Hausmittel bereits Erleichterung verschaffen.

Doch wann sollten Sie mit Kieferschmerzen zum Arzt oder zur Ärztin? Jede Person empfindet Schmerzen anders. Grundsätzlich sollten Sie immer einen Arzt oder eine Ärztin konsultieren, wenn Sie starke Schmerzen empfinden und darunter leiden.

  • Zahnarzt / Zahnärztin: Wenn Kieferschmerzen bei Zähneknirschen, Kieferknacken, Beschwerden beim Kauen, Schmerzen durch Karies etc.
  • HNO-Arzt / HNO-Ärztin: Wenn Kieferschmerzen in die Ohren oder in den Hals ausstrahlen oder bei Tinnitus
  • Orthopäde / Orthopädin: Wenn die Ursache der Kieferschmerzen Nacken-, Schulter: oder Rückenverspannungen sind

Wer sich unsicher ist, sucht zuerst den Hausarzt / die Hausärztin auf. Bei Verdacht auf einen Herzinfarkt rufen Sie den Notruf!

Checkliste: Wann ist der Besuch beim Arzt zu empfehlen?

Hier ist eine kleine Checkliste mit Fragen zu Kieferschmerzen. Beantworten Sie eine oder mehrere Fragen mit “ja” ist ein Besuch bei einem Arzt oder einer Ärztin zu empfehlen:

  • Leiden Sie unter schmerzenden oder empfindlichen Zähnen?
  • Sind Sie bei der Bewegung des Unterkiefers eingeschränkt, zum Beispiel beim Öffnen des Mundes?
  • Haben Sie Schwellungen im Kieferbereich?
  • Haben Sie Schmerzen in den Kiefergelenken und in der Gesichts- und Kaumuskulatur?
  • Leiden Sie unter dauerhaften Verspannungen der Kopf-, Schulter-, Nacken- und Rückenmuskulatur?
  • Leiden Sie unter Ohrenschmerzen oder Ohrgeräuschen und können HNO-Mediziner*innen keine Ursache finden?

Wie bereits erwähnt können Kieferschmerzen ein Begleitsymptom bei einem Herzinfarkt sein. Fühlen Sie sich unwohl und sind unsicher, ob es sich um Herzbeschwerden handeln könnte, suchen Sie bitte eine medizinische Praxis auf oder wählen Sie den Notruf 112.

Und welcher Arzt oder welche Ärztin ist die richtige Wahl bei Kieferschmerzen? Je nach Ursache können Zahnmediziner, Kieferchirurgen, HNO-Spezialisten oder Neurologen die richtige Wahl sein. Bei einer Kieferentzündung führt der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Behandlung durch.

Bei Angst vorm Zahnarzt lesen Sie unseren Ratgeber dazu.
 

Kostenübernahme bei der Therapie von Kieferschmerzen

Ist Karies der Auslöser der Kieferschmerzen, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für selbstadhäsive Füllungen wie zum Beispiel Glasionomerzemente.

Bei einer Parodontitis oder Parodontose übernimmt die Krankenkasse ebenfalls die Kosten. Vor der Behandlung sollten Sie einen Antrag an die Krankenversicherung richten. Auch die Zahnzusatzversicherung von Advigon trägt die Kosten bei parodontologische Leistungen. Wählen Sie unseren Dental Luxus Tarif, können Sie die Leistung ohne Wartezeit wahrnehmen.

Ist eine Weisheitszahnentzündung der Grund für die Schmerzen im Kiefer, übernimmt die Kasse die Kosten für eine Weisheitszahn-OP, wenn der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Extraktion als medizinisch notwendig erachtet.

Auch bei einer Zahnwurzelentzündung als Ursache von Kieferschmerzen übernimmt die GKV die Kosten für die Wurzelkanalbehandlung.

Kommen Ihre Schmerzen im Kiefer vom Zähneknirschen? Die gesetzliche Krankenkasse kommt alle zwei Jahre für eine Aufbissschiene auf.

Zahnzusatzversicherung

Kostenübernahme bei Zahnimplantaten, Prophylaxe, Zahnbehandlungen und Kieferorthopädie.

FAQ zum Thema Kieferschmerzen

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