Schiefe Zähne bei Kindern: Behandlung, Arten und Tipps

Schiefe Zähne sind nicht nur ein Problem der Ästhetik. Für die Gesundheit und das Wohlbefinden spielt es eine wichtige Rolle, dass die Zähne gerade sind. Eine frühzeitige Behandlung von Zahnfehlstellungen und Kieferfehlstellungen kann späteren Problemen vorbeugen und trägt zu einer gesunden Entwicklung des Kiefers bei. Nachfolgend erfahren Sie, worauf es bei der Behandlung von schiefen Zähnen bei Kindern ankommt und wie Sie Ihr Kind optimal unterstützen können.

Kurzüberblick – Schiefe Zähne bei Kindern

  • Schiefe Zähne bei Kindern sollten behandelt werden.
  • Es gibt verschiedene Arten von Zahnfehlstellungen bei Kindern.
  • Die lange Nutzung eines Schnullers kann schiefe Zähne verursachen.
  • In der Regel ist eine Zahnspange eine Maßnahme, um schiefe Zähne zu korrigieren.
  • Eine Zahnzusatzversicherung kann helfen, die Kosten aufzufangen.

Warum sollten schiefe Zähne bei Kindern korrigiert werden?

Abgesehen von der Ästhetik ist eine Korrektur schiefer Zähne fundamental für die gesamte Mundgesundheit.

Medizinische Gründe für die Korrektur einer Zahnfehlstellung bei Kindern sind unter anderem:

  • Verbesserung der Zahn- und Mundgesundheit
  • Vorbeugung von Zahnerkrankungen
  • Verhinderung von Schäden oder Abnutzung an Zähnen und Zahnhalteapparat
  • Vorbeugung von Erkrankungen der Kiefergelenke
  • Linderung bereits vorhandener Beschwerden
  • Verbesserte Lebensqualität

Bei schiefen Zähnen können sich in entstehenden Nischen und Ecken der Zähne Ablagerungen sammeln, die Zähne und Zahnfleisch angreifen und zu Krankheiten führen. Eine gerade, korrekte Zahnreihe ist dazu auch einfacher zu reinigen, um genau diese Ablagerungen zu verhindern oder zu entfernen. Wird kontinuierlich Druck auf einen schief stehenden Zahn ausgeübt, kann das die Wurzel schwächen oder beschädigen. Und wenn die Zahnreihen nicht perfekt aufeinander liegen, wird eine Schonhaltung eingenommen. Diese belastet auf Dauer das Kiefergelenk.

Schiefe Zähne bei Kindern sind nicht nur unästhetisch, sondern beeinträchtigen auch die Gesundheit. Darum sollten Zahnfehlstellungen rechtzeitig korrigiert werden.

Wann sollten Eltern schiefe Zähne bei Kindern behandeln lassen?

Der ideale Zeitpunkt für eine kieferorthopädische Behandlung von schiefen Zähnen und anderen Fehlstellungen hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wichtige Anzeichen, bei denen Sie aufmerksam werden sollen und eine kieferorthopädische Behandlung notwendig sein kann, sind:

  • Überbiss, Vorbiss oder Kreuzbiss
  • Sichtbare Zahnlücken oder überlappende Zähne
  • Schwierigkeiten beim Kauen oder Sprechen
  • Schnarchen oder häufiges Atmen durch den Mund
  • Früher Verlust von Milchzähnen durch zum Beispiel Unfall oder Karies

In der Regel beginnt die kieferorthopädische Behandlung mit neun bis zehn Jahren. Dann hat bei Kindern die zweite Phase des Zahnwechsels eingesetzt. Eine lose Klammer lenkt schiefe Zähne in die richtige Position.

Sind im Alter von etwa 13 bis 14 Jahren alle bleibenden Zähne durchgebrochen, werden Zahnfehlstellungen mit herausnehmbaren Alignern oder festen Spangen (Brackets) behandelt.

Hinweis: Bei extremen Fehlstellungen und frühem Verlust von Milchzähnen kann eine kieferorthopädische Behandlung auch früher erforderlich sein.

Verschiedene Arten von Zahnfehlstellungen bei Kindern

Zahnfehlstellungen bzw. Kieferfehlstellungen können sich auf verschiedene Arten manifestieren und unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Kindes haben. Die Ursachen für schiefe Zähne bei Kindern sind häufig genetisch bedingt, können aber auch durch ungünstige Gewohnheiten wie langes Daumenlutschen oder die vorzeitige Entfernung von Milchzähnen entstehen. Eine frühe Erkennung der spezifischen Fehlstellung hat Auswirkungen auf die Behandlungsdauer und den Behandlungserfolg.

Häufige Formen von schiefen Zähnen und Fehlstellungen sind:

  • Offener Biss: Die Frontzähne schließen beim Zubeißen nicht aufeinander.
  • Kreuzbiss: Die seitlichen Zähne im Unterkiefer legen sich beim Zusammenbeißen vor die oberen Zähne
  • Überbiss: Die oberen Frontzähne ragen deutlich über die unteren Zähne hinaus. Dies ist eine der häufigsten Zahnfehlstellungen im Kindesalter.
  • Unterbiss: Der Unterkiefer steht zu weit vor, wodurch die unteren Zähne vor den oberen stehen.
  • Engstand: Zu wenig Platz im Kiefer führt zu übereinander geschobenen oder schief stehenden Zähnen.

Ausführliche Informationen zu den kieferorthopädischen Indikationsgruppen in der KFO finden Sie in unserem Ratgeber: 

Erfahren Sie, was die KIG Einstufung ist, warum sie für eine Kostenübernahme wichtig ist und wann eine private Zahnversicherung sinnvoll ist.

KIG Einstufung

Verursacht ein Schnuller schiefe Zähne?

Ja, ein Schnuller kann zu schiefen Zähnen führen, insbesondere wenn er über einen langen Zeitraum und über das dritte Lebensjahr hinaus regelmäßig benutzt wird. Der häufige Gebrauch eines Schnullers kann die Zahn- und Kieferentwicklung beeinflussen, indem er Druck auf die wachsenden Zähne ausübt. Dies kann dazu führen, dass sich die Schneidezähne nach vorne neigen oder sich ein offener Biss entwickelt, bei dem die oberen und unteren Schneidezähne nicht richtig aufeinander treffen.

Um Zahnfehlstellungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, den Schnuller schrittweise abzugewöhnen, idealerweise bis zum zweiten oder spätestens dritten Lebensjahr. Zudem können anatomisch geformte Schnuller das Risiko für Zahnfehlstellungen reduzieren. Wenn bereits Veränderungen an den Zähnen sichtbar sind oder Unsicherheiten bestehen, ist eine Beratung beim Kinderzahnarzt sinnvoll.

Behandlungsmöglichkeiten bei schiefen Zähnen

Die moderne Kieferorthopädie bietet verschiedene Behandlungsmöglichkeiten an, die individuell auf die Bedürfnisse und die spezifische Situation Ihres Kindes abgestimmt werden können. Die Wahl der geeigneten Behandlungsmethode bei schiefen Zähnen hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Alter des Kindes, der Art der Zahnfehlstellung und der zu erwartenden Mitarbeit.

Ein erfahrener Kieferorthopäde bzw. Kieferorthopädin wird Sie ausführlich über die verschiedenen Optionen beraten. Hier eine grobe Übersicht:

 

KategorieFeste ZahnspangeHerausnehmbare ZahnspangeAligner-Therapie
AufbauEine feste Zahnspange besteht aus Brackets (kleine Plättchen auf den Zähnen), Drähten zur Kraftübertragung und Gummis.Besteht aus einer angepassten Kunststoffbasis, die den Gaumen oder Unterkiefer bedecken, und aus gebogenen Drähten, die die Spange in Position halten.Es wird ein 3D-Modell der Zähne angefertigt und der Korrekturprozess in einzelne Schritte unterteilt. Für jeden Schritt wird eine durchsichtige Kunststoffschiene angefertigt.
VorteileGeeignet für komplexe Korrekturen 
Permanente Wirkung (immer aktiv) 
Präzise Zahnbewegung möglich
Leicht zu reinigen 
Flexibel herausnehmbar 
Für Kinder oft angenehmer
Nahezu unsichtbar 
Hoher Tragekomfort 
Herausnehmbar beim Essen
NachteileSichtbar 
Erhöhtes Kariesrisiko bei schlechter Zahnpflege 
Einschränkungen beim Essen
Wirkung abhängig von Mitarbeit 
Weniger effektiv bei schweren Fehlstellungen
Disziplin erforderlich (Tragedauer 20 bis 22 Stunden am Tag) 
Nicht für alle Fehlstellungen geeignet 
Häufig teurer
AnwendungsgebieteBei starken Zahnfehlstellungen 
Bei Kieferfehlstellungen 
Bei Zahnengstand oder großen Zahnlücken
Bei leichten bis mittleren Fehlstellungen 
Bei jüngeren Kindern 
Bei einer Frühbehandlung
Bei leichten bis mittleren Fehlstellungen 
Bei ästhetisch anspruchsvollen Patienten 
Bei sehr guter Mitarbeit

Hinweis zu den Kosten: 

Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt immer nur die Regelversorgung. Behandlungsmethoden, die schneller, schonender oder vielleicht weniger schmerzhaft sind, sind nicht immer im gesetzlichen Leistungskatalog enthalten. Wenn Sie diese dennoch in Anspruch nehmen möchten, fallen Mehrkosten an, die Sie selbst tragen müssen.

Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder trägt – je nach Tarif – Mehrkosten. Informieren Sie sich:

Mit unserer Kinder- Zahnzusatzversicherung bewahren Sie Ihrem Kind schöne, gesunde Zähne und legen damit den Grundstein für ein gesundes Selbstbewusstsein.

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Der Weg von schiefen Zähnen zu geraden Zähnen

Die Behandlung von Zahnfehlstellungen ist ein komplexer Prozess, der sorgfältige Planung und regelmäßige Kontrollen erfordert. Von der ersten Untersuchung bis zum erfolgreichen Abschluss der Behandlung durchläuft Ihr Kind verschiedene wichtige Phasen. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kind, Eltern und Kieferorthopäde ist dabei unerlässlich für den Erfolg der Behandlung.

Erstberatung beim Kieferorthopäden

Der erste Schritt ist eine gründliche Untersuchung, die folgendes umfasst:

  • Untersuchung der Zähne, Bissanlage und Kaufunktion
  • Foto- und Röntgenaufnahmen der Zähne
  • Abformung der Zähne
  • Analyse der Zahnstellung und des Bisses
  • Besprechung des individuellen Behandlungsplans
  • Antrag zur Kostenübernahme an die Krankenkasse

Behandlungsablauf bei schiefen Zähnen

Die Behandlung von schiefen Zähnen bei Kindern erfolgt in mehreren Phasen:

  • Schritt 1: Vorbereitende Maßnahmen (z. B. weitere Abdrücke)
  • Schritt 2: Aktive Behandlungsphase mit regelmäßigen Kontrollterminen
  • Schritt 3: Stabilisierungsphase / Retentionsphase mit zum Beispiel Retentionsdraht, um Zurückschieben der Zähne zu verhindern
  • Schritt 4: Abschlussgespräch und Endbescheinigung für gesetzlich Versicherte

Dauer der Behandlung bei schiefen Zähnen

Die Dauer der Behandlung schiefer Zähne ist individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Art und Schwere der Zahnfehlstellung
  • Alter des Kindes
  • Mitarbeit bei herausnehmbaren Spangen
  • Biologische Faktoren

Ihr Kieferorthopäde bzw. Ihre Kieferorthopädin wird Sie über die voraussichtliche Behandlungsdauer informieren. Herausnehmbare und auch festsitzende Zahnspangen werden häufig zwei bis drei Jahre getragen.

Tipps für den Alltag mit Zahnspange

Die Zeit mit einer Zahnspange stellt sowohl für Kinder als auch für Eltern eine besondere Herausforderung dar. Eine gute Vorbereitung und das Wissen um die wichtigsten Verhaltensregeln können dabei helfen, diese Phase erfolgreich zu meistern. Besonders wichtig ist es, von Anfang an gute Gewohnheiten zu entwickeln und diese konsequent beizubehalten. Hier sind wichtige Aspekte, die Sie beachten sollten:

Mundhygiene und Zahnspange

  • Gründliche Zahnpflege
  • Verwendung spezieller Zahnbürsten und Reinigungshilfen
  • Regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt

Ernährung beim Tragen einer Zahnspange

  • Vermeidung sehr harter oder klebriger Speisen
  • Ausreichend Calcium für gesunde Zähne
  • Zuckerhaltige Getränke und Speisen meiden

Zum Tragen der Zahnspange motivieren

  • Positive Bestärkung durch die Eltern
  • Dokumentation der Fortschritte
  • Regelmäßige Termine beim Kieferorthopäden einhalten

Schiefe Zähne bei Kindern behandeln

Der Weg zu geraden Zähnen erfordert Zeit, Geduld und Durchhaltevermögen. Eine frühzeitige Behandlung von schiefen Zähnen bei Kindern ist jedoch eine wichtige Investition in die Zukunft Ihres Kindes. Eine Zahnzusatzversicherung hilft, die Mehrkosten zu tragen. Mit der richtigen Betreuung und konsequenter Pflege steht einem strahlenden Lächeln nichts im Weg – starten Sie frühzeitig!

Mit unserer Kinder- Zahnzusatzversicherung bewahren Sie Ihrem Kind schöne, gesunde Zähne und legen damit den Grundstein für ein gesundes Selbstbewusstsein.

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FAQ zum Thema schiefe Zähne

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