Ratgeber Kieferorthopädie für Kinder

Ist eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie für Kinder sinnvoll?

Ist eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie für Kinder sinnvoll – auch wenn ich gar nicht weiß, ob mein Kind eine Zahnspange brauchen wird? Definitiv! Eine Zahnzusatzversicherung für Kinder ist genau so sinnvoll wie sie es für Erwachsene ist. Denn auch Kinder sind nicht vor Erkrankungen im Mundraum oder Problemen an den Zähnen gefeit. Zudem werden kieferorthopädische Behandlungen primär bei Kindern, also Personen unter 18 Jahren, begonnen – einerseits, weil bis zum 18. Geburtstag die gesetzliche Krankenversicherung noch zahlt, andererseits, weil eine Fehlstellung so früh wie möglich korrigiert werden sollte . Gerade Behandlungen der Kieferorthopädie sind aber kostenintensiv, weshalb besonders hier die Zahnzusatzversicherung benötigt wird. Auch Kinder und Jugendliche sollten dann und wann eine professionelle Zahnreinigung erhalten, wenn auch seltener als Erwachsene. Die Kosten dafür übernimmt eine Zahnzusatzversicherung. Die Frage ist also weniger, ob Sie für Ihr Kind eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie abschließen sollten – sondern lediglich, wann.

Ab wann kann eine Zahnzusatzversicherung für Kinder abgeschlossen werden?

Theoretisch könnten Sie bereits in den ersten Lebensmonaten Ihres Kindes eine Zahnzusatzversicherung abschließen. Verständlicherweise liegt aber die Priorität nach der Geburt eines Kindes nicht darauf, dessen kommende Zähne zu versichern – und das ist versicherungstechnisch auch überhaupt kein Problem. Genießen Sie die Zeit mit Ihrem Familienzuwachs! Der ideale Zeitpunkt für den Abschluss einer Zahnzusatzversicherung ist, wenn das Kind 3 Jahre alt ist. Wir verstehen, wenn Ihnen das erst einmal sehr frühzeitig erscheint. Allerdings sind Zahn- und Kieferfehlstellungen schnell zu erkennen – nämlich sobald sich die ersten bleibenden Zähne zeigen. Mit drei Jahren ist das Milchzahngebiss schon komplett entwickelt, aber die bleibenden Zähne brechen noch nicht durch. Damit sind kieferorthopädische Behandlungen zu diesem Zeitpunkt noch nicht absehbar. Schließen Sie dann eine Zahnzusatzversicherung für Ihr Kind ab, gibt es keinerlei Leistungsausschlüsse .

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Kann eine Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie für Kinder auch nachträglich abgeschlossen werden?

Eine Zahnzusatzversicherung ist nicht nachträglich abschließbar. Ist die kieferorthopädische Behandlung also schon begonnen, können Sie nicht im Nachhinein eine Versicherung dafür abschließen.

Das ist ein Schutzmechanismus der Versicherungsgesellschaft – der aber auch zum Schutz aller Versicherten dient. Denn wenn viele Personen nachträglich eine Kinderzahnzusatzversicherung abschließen und sich die Kosten für eine Behandlung erstatten lassen würden (und vielleicht direkt danach wieder kündigen), dann würde das langfristig das wirtschaftliche Überleben des Versicherers gefährden. Und das wiederum würde bedeuten, dass die Leistungen der treuen und langjährigen Versicherungsnehmer vielleicht nicht mehr erstattet werden können. Damit das also nicht geschieht, kann eine Versicherung nicht rückwirkend abgeschlossen werden. Ausserdem gilt die vorvertragliche Anzeigepflicht. Sie ist eine gesetzliche Vorgabe und gibt vor, dass alle Fragen in einem Versicherungsantrag - vor allem die Fragen zur Gesundheit - wahrheitsgemäß beantwortet werden müssen. Über die Gesundheitsfragen klopfen wir kurz den Gesundheitszustand Ihres Kindes ab – natürlich nur in den Bereichen, die für die Versicherung relevant sind. Bei einer Zahnversicherung beispielsweise interessiert uns lediglich, wie es um die Zähne Ihres Kindes steht. Hier möchten wir zudem erfahren, ob beispielsweise eine zahnmedizinische oder kieferorthopädische Behandlung bereits begonnen wurde oder angeraten ist. Ist das der Fall, ist diese von der neuen Versicherung nicht gedeckt. Daher ist es also sowohl für Erwachsene als auch Kinder umso wichtiger, frühzeitig eine Zahnzusatzversicherung abzuschließen, bevor Behandlungen notwendig werden.

Muss ich eine extra Zahnspangen-Versicherung für Kinder abschließen?

Nein, die Leistungen für die Kieferorthopädie sind in den Zahnzusatzversicherungen für Kinder immer mit enthalten! In einem guten Tarif sind also mehr Leistungen enthalten als nur die Erstattung von kieferorthopädischen Behandlungskosten. Beispielsweise erstattet die Zahnversicherung die Prophylaxe für Ihr Kind. Für Mehrkosten, die in den regulären Zahnbehandlungen anfallen, wie beispielsweise Kunststofffüllungen, leistet die Versicherung eine Kostenübernahme. Auch Behandlungsmethoden im Bereich des Zahnersatzes sind versichert, wenn es auch hier oft eine Summenbegrenzung der Kostenübernahme gibt. Grundsätzlich ist also die Zahnzusatzversicherung für Kinder sinnvoll, um den Eigenanteil der Zahnbehandlungen zu mindern – selbst wenn Ihr Kind zu jenen glücklichen gehört, das keine Einstufung in einer kieferorthopädischen Indikationsgruppe erhält und keine Fehlstellung von Zähnen oder Kiefer hat.

Kleiner Exkurs: Welche Zahn- und Kieferfehlstellungen gibt es, die eine Zahnspange notwendig machen?

Um die Diagnosen und Empfehlungen vom Zahnarzt und dem Kieferorthopäden richtig einschätzen zu können, erklären wir in aller Kürze, welche Fehlstellungen von Zahn und Kiefer es gibt:

Offener Biss

Offener Biss: Beim Aufeinanderbeißen liegen die Backenzähne aufeinander – allerdings nicht die Frontzähne, hier gibt es eine Lücke.

Tiefer Biss

Tiefer Biss: Wenn Sie die Zähne aufeinanderbeißen, so bedecken die oberen Schneidezähne in der Regel zwei bis drei Millimeter die Schneidezähne des Unterkiefers. Bei einem tiefen Biss werden die unteren Zähne außergewöhnlich stark verdeckt.

Frontzahn Überbiss

Frontzahn-Überbiss: Die vorderen Zähne des Oberkiefers ragen weiter vor als die vorderen Zähne des Unterkiefers.

Frontzahn Vorbiss

Frontzahn-Vorbiss: Die Schneidezähne des Unterkiefers ragen weiter nach vorn als die Schneidezähne des Oberkiefers.

Kreuzbiss

Kreuzbiss: Bei einem Kreuzbiss legen sich die seitlichen Zähne des Unterkiefers beim Zusammenbeißen vor die Zähne des Oberkiefers. Das ist die bei Weitem häufigste Kieferfehlstellung. Sie kann auch nur einzelne Zähne betreffen.

Engstand

Engstand: Die einzelnen Zähne haben nicht genügend Platz, daher wachsen sie nicht vollständig heraus oder stehen schief oder gedreht. Die Punkte, an welchen sich die Zähne sonst berühren, treffen sich also nicht (Kontaktpunktabweichung).

Es gibt noch weitere Fehlstellungen und auch anderweitige Entwicklungsstörungen, die zwangsläufig den Kiefer und die Zähne betreffen, wie beispielsweise kraniofaziale Anomalien wie die Kiefer-Gaumen-Spalte.


Was deckt die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ab?

Seit 2002 muss ein Kieferorthopäde Zahnfehlstellungen in die sogenannten Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) einordnen. Dabei gibt es die Stufen 1 bis 5, wobei Stufe 1 nur kleine Fehlstellungen beschreibt und Stufe 5 gravierende Zahn- und Kieferfehlstellungen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt dann Leistungen, wenn die Fähigkeit zum Sprechen, Atmen und Beißen eingeschränkt sind.

  • KIG 1, leichte Zahnfehlstellungen: in der Regel ästhetische Probleme, bspw. offener Biss (bis max. 1 mm), tiefer Biss (1 bis 3 mm), Frontzahn-Überbiss (bis 3 mm) oder Engstand mit Kontaktpunktabweichung von unter einem Millimeter
  • KIG 2, Zahnfehlstellungen geringer Ausprägung: medizinische Behandlung vonnöten, bspw. Frontzahn-Überbiss (drei bis sechs Millimeter), offener Biss (bis 2 mm), tiefer Biss (über 3 mm, Schneidezähne berühren Zahnfleisch), Kreuzbiss, Engstand (Kontaktpunktabweichung (1 bis 3 mm) oder Platzmangel bis zu 3 mm
  • KIG 3, ausgeprägte Zahnfehlstellungen: bspw. Frontzahn-Überbiss (2 bis 4 mm), tiefer Biss (über 3 mm, Schneidezähne verletzen das Zahnfleisch), beidseitiger Kreuzbiss, Engstand (Kontaktpunktabweichung 3 bis 5 mm) oder Platzmangelsituation über 3 mm
  • KIG 4, stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen: bspw. fehlende Zähne (Verlust oder Nichtanlage), Durchbruchsstörungen, Frontzahn-Überbiss (6 bis 9 mm), Frontzahn-Vorbiss (bis 3 mm), offener Biss (über 4 mm), einseitiger Kreuzbiss, Engstand (Kontaktpunktabweichung über 5 mm), Bukkal- oder Lingualokklusionen, Platzmangelsituation über 4 mm
  • KIG 5, extra stark ausgeprägte Zahnfehlstellungen: bspw. Entwicklungsstörungen (Lippen-Kiefer-Gaumenspalte), Durchbruchstörungen mit einer Verlagerung der Zähne, Frontzahn-Überbiss (über 9 mm), Frontzahn-Vorbiss(über 3 mm), angeborener offener Biss (über 4 mm)

Nicht übernommen werden Behandlungen, die primär der Ästhetik dienen, wie es bei der KIG 1 oder 2 der Fall ist. Bei den KIG 3 bis 5 übernimmt die Krankenkasse die Kosten in Höhe der Regelversorgung . Das können festsitzende Zahnspangen mit Edelstahl-Brackets sein oder herausnehmbare Spangen aus Kunststoff. Die Erstattung erfolgt, wenn die Behandlung vor dem 18. Lebensjahr begonnen wird.

Die GKV übernimmt zunächst 80 % der Kosten (sind mehrere Kinder einer Familie in kieferorthopädischer Behandlung, so erhöht die GKV ihre Erstattung auf insgesamt 90 %). 20 % der Kosten sind vorläufiger Eigenanteil von den Eltern zu tragen (werden mehrere Geschwisterkinder gleichzeitig behandelt, sind es nur 10 %). Die Krankenkasse erstattet diesen Eigenanteilsbetrag wieder an die Eltern zurück – aber erst, wenn die Behandlung offiziell erfolgreich beendet wurde. Da die Behandlung mit einer Zahnspange allerdings Monate bis Jahre dauern kann, lässt auch die Rückzahlung auf sich warten. Wenn dann auch noch Mehrkosten hinzukommen, können die Rechnungen in horrende Höhen steigen. Diese allerdings würde dann die Zahnzusatzversicherung der Advigon übernehmen und Sie an dieser Front unterstützen.

Nun gibt es heutzutage deutlich dezentere Zahnspangen als Edelstahl-Brackets oder blauen Kunststoff. Viele Kinder fühlen sich nicht wohl mit einer auf den ersten Blick sichtbaren Zahnspange, zumal sie Probleme haben, sich mit der Basis-Kunststoff-Spange ordentlich zu artikulieren. Alle weiteren Leistungen übernimmt die gesetzliche Krankenkasse aber nicht. Das heißt, dass durchsichtige Kunststoffschienen wie Aligner nicht übernommen werden, ebenso wie Kunststoff- oder Keramik-Brackets bei festsitzenden Zahnspangen. Obwohl es hier um den Komfort im Mundraum des Kindes für eventuell mehrere Jahre geht, bleiben Eltern auf den dadurch entstandenen Mehrkosten sitzen.

Auch häufigere professionelle Zahnreinigungen werden nicht übernommen, obwohl sich um festsitzende Brackets schnell Belag sammeln kann, welcher die Gefahr von Karies erhöht.


Häufig gestellte Fragen zum Thema “Ist eine Zahnzusatzversicherung inkl. Kieferorthopädie für Kinder sinnvoll?”

Hier finden Sie Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen rund um die Zahnzusatzversicherung Kieferorthopädie.

Auch bei der Zahnzusatzversicherung mit Kieferorthopädie-Leistungen für Kinder gibt es in der Regel Wartezeiten. Im Schnitt liegen diese bei 8 Monaten.

Es gibt nur wenige Zahnzusatzversicherungen ohne Wartezeit. Vergleichen Sie hier akribisch die Tarife – oft gibt es dafür anderweitige Einschnitte, beispielsweise im Bereich der übernommenen Leistungen. In einigen Fällen gilt die Wartezeit allerdings nicht für die Prophylaxe-Leistungen.

In der Regel beginnen die Basistarife bei 9 Euro pro Monat für Kinder bis 17 Jahre. Je mehr Leistungen mit eingeschlossen sind, desto mehr muss natürlich bezahlt werden. Bei der Advigon ist der umfangreichste Tarif Dental Premium bei rund 19 Euro.

Bei der Advigon gibt es die Kostenerstattung bei kieferorthopädischen Leistungen, wenn die KFO-Behandlung bis zum 18. Geburtstag zumindest begonnen hat. Bis zu diesem Zeitpunkt erhalten Sie auch die gesetzlichen Kassenleistungen. Bei Erwachsenen zahlt die Krankenkasse nur, wenn es sich um außergewöhnlich schwere Kieferfehlstellungen handelt, die Operationsbedarf haben (oder Fehlstellungen in ähnlichem Grad).